Retro-Häuschen, das verbindet

Hallo liebe Blog-Gemeinde. Ihr werdet nicht glauben, was ich in Mölln entdeckt habe - zumindest wenn Ihr urbanes Großstadtleben gewohnt seid.

Dort, in Mölln, steht ein kleines Häuschen. Das Häuschen hat nur ein Zimmer. Dieses Zimmer ist so klein, dass man darin nur stehen kann. Es gibt weder einen Tisch, noch einen Stuhl oder gar eine Couch mit Fernseher. Dafür hat das kleine Häuschen aber an drei Seiten bodenhohe Fenster.

Da ich schon ein alter Hund bin, wußte ich sofort, welches technisch Kleinod ich entdeckt habe. Für die Jüngeren unter Euch: Dieses Häuschen ist der Vorgänger des iPhone. Vor dem iPhone war es nämlich so: Wer von unterwegs - also mobil - telefonieren wollte, ist in so ein Häuschen gegangen und hat seinen Anruf gemacht. Diese Häuschen standen an fast jeder Ecke und ... jetzt kommt es ... es gab keine Funklöcher und keine Akku-Probleme. Toll, was!

Natürlich gab es auch einen Nachteil: Diese Häuschen gab es nicht an der Kasse vom Supermarkt oder in der Straßenbahn. Wer also seinem Freund mitteilen wollte, dass er gerade bei ALDI an der Kasse steht, mußte bis nach dem Bezahlen warten.

Das Telefonhäuschen hatte aber noch einen weitere Nachteil: Es hatte keine Kontakte-App und kein SIRI. Man musste die Nummer jedesmal selber tippen. Allerdings gab es bei den älteren, gelben Modellen ein umfangreiches Adressbuch aus Papier mit ganz vielen Telefonnummern, die man anrufen konnte.

Mittlerweile sieht man diese Häuschen sehr selten. Eigentlich schade. Dafür bekommen immer mehr Menschen Nackenprobleme, weil sie permanent auf ihr Smartphone starren.

Euer Paul,
der sich auch noch an die Zeit erinnern kann, in der Fernseher keine Fernbedienung hatten ... aber das ist eine andere Geschichte.