Tiggi in Domburg – Tag 2

Leute, jetzt geht’s endlich an den Strand. Andrea grinst die ganze Zeit beseelt wie ein Honigkuchenpferd, dabei sind wir weder an einem Coffeeshop vorbeigekommen, noch waren wir drin. Ich darf im Rucksack von Christian mitreisen, dem Gefährten und Ehemann von Andrea. Und das ist superbequem. Da oben – der Kerl ist an die 2 m hoch – kann ich alles bestens sehen. Und dann! Wow! Klasse. Der Strand ist so breit – also nicht Coffeeshop-mäßig breit, sondern in echt. Breit und lang und dann das Meer. Blau, echt blau. Und riesig. Und toll. Und man kann so weit gucken. Grandios.

Die beiden Zweibeiner atmen und gehen und atmen und wenn ich mich nicht täusche, dann sind die einfach glücklich. Ich auch, denn es gibt viel zu sehen. Ihr wisst, ich bin neugierig. Da gibt’s jede Menge andere Zweibeiner. Einer sitzt in einem Campingstuhl und lässt einen Drachen steigen. Mitten im Sand. Ein anderer sitzt auch auf einem Campingstuhl und malt. Poller! Wisst ihr eigentlich was Poller sind? Guckt mal, hier sitze ich auf einem. Poller sind gut. Laut Wikipedia sind das senkrechte im Boden befestigte Pfähle. In Domburg halten sie den Strand davon ab, wieder ins Meer zu rutschen. So oder ähnlich. Seht ihr, Reisen bildet und für Bildung hab‘ ich ja was übrig.

Dann gibt’s noch Zweibeiner mit Hunden, die Bälle werfen. Also nicht die Hunde. Ich meine, die Hunde werfen keine Bälle und die Zweibeiner werfen keine Hunde. Äh… ihr versteht das schon. Und dann gibt es Zweibeiner, die Löcher graben. Und Zweibeiner, die knutschen. Für den Weltfrieden vermutlich. Finde ich gut. Und ein Zweibeiner las im Gehen am Stand ein E-Book. Sachen gibt’s! Aber das ist gut so. Die sind alle unterschiedlich. Und wenn ganz viele begreifen würden, wie gut das ist mit den vielen Unterschieden bei Zwei- und Vierbeinern, dann wäre es auch friedlicher auf dieser Erde.

Alle paar Meter steht da ein Paal zwischen Strand und Dünen. Ein Paal ist so eine Art Strandbude in groß und aufgebockt, damit die Zweibeiner nicht verhungern oder verdursten. Ich kann tagelang ohne Essen sein – die Zweibeiner aber nicht. Deshalb muss man regelmäßig zu so einem Paal. Wir auch. Da machte ich übrigens Bekanntschaft mit einer Piratin. Wat ein Geschoss! Mir war ganz schwummerig danach. Übrigens auch nach dem ersten Schluck Bier meines Lebens, weshalb ich auch den ganzen Rückweg verpennt habe.

Der Fitnesstracker zeigte den Zweibeinern über 18.000 Schritte an. Da war erstmal Abhängen für alle angesagt. Ich habe mir ein schattiges Plätzchen gesucht und werde erstmal die ganzen vielen Eindrücke verdauen. Denn man tau.